Zahnpflege und Zahngesundheit

Rundum gesund im Mund.

Die Zahngesundheit der Bevölkerung, insbesondere auch von Kindern und Jugendlichen, hat sich in den letzten Jahren in Deutschland deutlich verbessert. Aber noch immer ist bei ca. einem Viertel der Menschen in allen Altergruppen ein besonders hohes Kariesvorkommen festzustellen, noch immer gibt es zu viele "Karies-Risikokinder", die in Zukunft besonders intensiv oralprophylaktisch betreut werden müssen. Eine regelmäßige Mundhygiene, die kontrollierte Anwendung von Fluoriden, eine zahngesunde Ernährung und die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt zur Früherkennung der Karies sind die tragenden Säulen.

Dabei profitieren von einer ausgewogenen Ernährung und einer effektiven Mundhygiene nicht nur die Zähne, sondern der ganze Körper. Die folgenden 10 Regeln zeigen, was man heute zur Gesunderhaltung seiner Zähne unbedingt beachten sollte:

 

10 goldene Regeln zur Gesunderhaltung der Zähne
  1. Eine sorgfältige Mundhygiene mit fluoridhaltiger Zahnpasta (mindestens zweimal am Tag) ist die Basis des Erfolgs. Eine korrekte Zahnputztechnik lernt man nicht von selbst, sie muß vielmehr systematisch eingeübt werden. Eltern sollten bei ihren Kindern mindestens bis zum Schulalter die Zähne nachputzen. Aber auch Jugendliche und Erwachsene bedürfen der individuellen Anleitung. Neben der geeigneten Zahnbürste, die regelmäßig ausgetauscht werden muß, empfiehlt sich ab dem Jugendalter die Verwendung weiterer Hilfsmittel (z.B. Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten), um schwer zugängliche Nischen zu erreichen. Abends nach dem Zähneputzen sollten keine zuckerhaltigen Getränke oder Nahrungsmittel mehr konsumiert werden.
  2. Neugeborene sollten bis zum 2. Lebensjahr eine Kombination von Fluorid und Vitamin D in Tablettenform als kombinierte Karies-Rachitis-Prophylaxe erhalten, sofern sie keine Fertignahrung bekommen, die fluoridhaltig ist bzw. mit fluoridhaltigem Mineralwasser zubereitet wurde.
  3. Vom 3. Lebensjahr an sollte eine lebenslange regelmäßige Kariesprophylaxe mit Fluoriden durch konsequente Verwendung von fluoridiertem Jodsalz erfolgen, wenn keine anderen systemischen Fluoridierungsmaßnahmen (z.B. Tablettenfluoridierung) durchgeführt werden.
  4. Kleinkinder sollen nach dem Durchbruch der ersten Zähne im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen auch zahnmedizinisch untersucht werden. Die zu empfehlenden Verhaltensweisen oder Maßnahmen sollten unter Berücksichtigung des individuellen Erkrankungsrisiko erfolgen.
  5. Vom Schulalter an ist die wöchentliche abendliche Anwendung von Fluoridgelee, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Kariesrisiko, sehr zu empfehlen.
  6. Bei Kindern und Jugendlichen sollten tiefe Fissuren und Grübchen, bevorzugt der bleibenden Backenzähne, durch Versiegelung vor Karies geschützt werden (Fissurenversiegelung).
  7. Eine Ausgewogene und vielseitige Ernährung kommt nicht nur der Allgemeingesundheit, sondern auch der Mundgesundheit zugute. Fehler in der Ernährung hingegen gefährden die Zähne. So kann es z.B. bereits im Kleinkindesalter durch Dauernuckeln zuckerhaltiger Flüssigkeiten aus Saugerflaschen zu schweren Gebißschäden kommen. Auch im späteren Alter können bestimmte Ernährungsgewohnheiten wie z.B. häufige, in kurzen Abständen erfolgende Einnahmen zucker- und/oder säurehaltiger Speisen und Getränke eine starke Belastung für die Zähne darstellen. Deshalb sollte der häufige, über einen längeren Zeitraum verteilte Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel vermieden werden. Der unangemessene Einsatz von Nahrungs- und Genußmitteln kann auch für den Zahnhalteapparat gefährlich werden So erhöht z.B. starkes Rauchen das Risiko für parodontalen Knochenabbau.
  8. Durch kräftiges Kauen beim Essen wird der Speichelfluß angeregt, wodurch sich das Risiko einer Kariesentstehung verringert. Auch das Kauen von (zuckerfreiem) Kaugummi kann den Speichelfluß fördern, was z.B. dann zu erwägen ist, wenn nach dem Genuß von Zwischenmahlzeiten keine Möglichkeit zum Zähneputzen besteht.
  9. Die Häufigkeit des Zahnarztbesuches richtet sich nach dem Erkrankungsrisiko. Kinder und Jugendliche sollten mindestens zweimal im Jahr, Erwachsene mindestens einmal zur Kontrolle den Zahnarzt aufsuchen. Frühzeitig erkannte Schäden lassen sich heute unter günstigen Vorraussetzungen rückgängig machen (remineralisieren), in ihrer Ausbreitung aufhalten oder im Bedarfsfall sehr substanzschonend beheben. Auch parodontale Erkrankungen lassen sich vielfach erfolgreich bekämpfen, wenn man ihre Ursachen (Anlagerung bakterieller Beläge) in einem frühen Stadium durch geeignete Maßnahmen beseitigt.
  10. Kinder und Erwachsene aller Altersstufen profitieren von Vorbeugung vor Karies und parodontalen Erkrankungen. Auch bei Erwachsenen können neben Trainingsprogrammen zur Verbesserung der Mundhygiene risikogerecht vorgenommene Lokalfluoridierungen und weitere Behandlungen angebracht sein. Dazu zählt z.B. die gezielte Senkung der Zahl von Keimen, die für die Mundgesundheit schädlich sind.

Diese 10 goldene Regeln wurden aufgestellt von den Referenten aus Wissenschaft und Praxis anläßlich des zahnmedizinischen Präventionskongresses des Bundesministeriums für Gesundheit am 22. April 1998.

Darüber hinaus sollten Patienten mit ihrem Zahnarzt abklären, ob im jeweiligen Fall zusätzlich risikoorientierte Maßnahmen empfehlenswert sind!

Zahnpflege nach Dr. Bass...

  1. Setzen Sie die Zahnbürste schräg auf den Zahnsaum. Die Zahnbürste ruht bei dieser immer wiederkehrenden Grundhaltung mit einem Teil ihres Borstenfeldes auf dem Zahnfleisch, mit dem anderen Teil auf der Zahnoberfläche.
  2. Erfolgreiche Zahnpflege muß systematisch sein. Dazu werden Oberkiefer und Unterkiefer in kleine Abschnitte eingeteilt. In jedem Abschnitt wird die Zahnbürste schräg gegen das Zahnfleisch gesetzt.
  3. Bürsten Sie mit kleinen rüttelnden Bewegungen, die fast am Ort stehen bleiben. Zähne bürsten erfordert Zeit. In jedem Zahnputzabschnitt wird die Zahnbürste ungefähr 10 mal hin und her gerüttelt.
  4. Um die Rückseite der Oberkiefer- und Unterkieferschneidezähne zu putzen, stellen Sie die Zahnbürste senkrecht und putzen Sie wiederum mit kleinen Hin- und Herbewegungen.

  5. Die Kauflächen werden so, wie es die Abbildung Kaufläche säubern zeigt, gesäubert.
  6. Nach dem Zähneputzen spülen Sie den Mund kräftig aus. Kontrollieren Sie bitte Ihren Reinigungserfolg im Spiegel. Ziehen Sie dazu die Unter- und Oberlippe ab, und betrachten Sie Ihre Zähne. Schauen Sie insbesondere auf die Zahnflächen am Zahnsaum und an den Zahnzwischenräumen. Verbliebene bakterielle Belagspolster lassen den Zahn stumpf aussehen. Der saubere Zahn spiegelt dagegen das einfallende Licht hell auf seiner Oberfläche wider. Versuchen Sie die erkannten Belagsreste gezielt mit der feuchten Zahnbürste - ohne Zahnpasta - zu entfernen.
  7. Beläge sind nicht nur sichtbar, sie sind auch fühlbar. Mit der Zunge lassen sich deutlich als Rauhigkeit z.B. im Backenzahnbereich ertasten. Wenn Sie Rauhigkeit festgestellt haben, putzen Sie diese Stellen so lange, bis sie sich glatt und sauber anfühlen. Versuchen Sie es bitte einmal !

Denken Sie daran:

Zahnbürsten sind keine Erbstücke ! Ersetzen Sie diese alle 2-3 Monate !

Gehen Sie 2x jährlich zur Kontrolle zu ihrem Zahnarzt. Nur so können Sie sicher sein, daß Ihre Zähne rundum gesund sind !


Quelle Zahnputztechnik nach Dr. Bass: "Kindgerechte Ernährung"
Autoren - Mitarbeiterinnnen der LAJB: Anke Grünewald, Ernährungsberaterin und Claudia Steding, Dipl.-Ing. für Ernährung und Hauswirtschaft
Herausgeber: Landesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Jugendzahnpflege im Lande Bremen e.V. (LAJB)

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Die Kassenzahnärztliche Vereinigung im Lande Bremen (KZV Bremen) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist insbesondere für die Sicherstellung der vertragszahnärztlichen, d.h. die in den Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung fallende zahnärztliche Versorgung in Bremen und Bremerhaven zuständig. Hier erfahren Sie mehr....

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